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- 15.11.11:
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Nemcová, Bozena
Die Tochter eines tschechischen Dienstmädchens und eines Kutschers aus Niederösterreich kam 1820 in Wien auf die Welt. Kurze Zeit später fand ihr Vater eine Anstellung bei einer adligen Familie in Böhmen, wo die spätere Schriftstellerin aufwuchs. Die Dienstherrin ihrer Eltern, Herzogin Katharina Wilhelmine von Sagan, ermöglichte dem Mädchen eine gute Schulbildung.
Bozena Nemcová heiratete bereits mit 17 Jahren den deutlich älteren Finanzbeamten Josef Nemec, mit dem sie vier Kinder hatte. Nemec war ein tschechischer Patriot, der sich wie viele Menschen damals gegen die Herrschaft des österreichischen Kaiserreichs auflehnte. Wegen seiner politischen Gesinnung wurde er häufig zwangsversetzt und die Familie hatte ständig Geldsorgen. In den 40er Jahren lebten sie in Prag, wo Nemcová unter dem Einfluss der patriotischen Bewegung ihren Geburtsnamen „Barbara“ in das tschechische „Bozena“ änderte und mit dem Schreiben begann.
Bozena Nemcová schrieb vor allem kurze Geschichten und Gedichte, bearbeitete aber auch Volksmärchen. So erweiterte sie zum Beispiel das Aschenputtel-Märchen um das Motiv der drei Zaubernüsse. Ihr berühmtestes Werk ist allerdings der Roman „Babicka“ (Großmutter), ein Sittengemälde, in dem sie Erinnerungen an ihre Kindheit in Böhmen verarbeitet. Das Buch erschien erstmals 1855 und ging in die tschechische Nationalliteratur ein.
Bozena Nemcová starb nach schwerer Krankheit 1862 in Prag und wurde dort auf dem Ehrenfriedhof beigesetzt. Sie gilt als die bedeutendste tschechische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts.




