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Heidi Oetinger, die Mitbegründerin des Verlages Friedrich Oetinger, feiert am 19. November 2008 ihren 100. Geburtstag. Gemeinsam mit Friedrich Oetinger baute sie den Verlag auf und entwickelte ihn zu einem der bedeutendsten und erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchverlage.
Geboren am 19. November 1908, war sie zunächst als Chefsekretärin in einer Anwaltskanzlei in Hamburg tätig bis sie zu Beginn des Krieges heiratete und kurz nach der Geburt ihrer Tochter Silke verwitwete. 1948 begann sie in dem zwei Jahre zuvor gegründeten Kinder- und Jugendbuch-Verlag Friedrich Oetinger zu arbeiten. In der schwierigen Aufbauphase während der Zeit der Währungsreform wurde sie für den Verleger rasch zu einer wichtigen Stütze und Beraterin. Die gemeinsame Arbeit und die Ziele führten zur Freundschaft und 1952 zur Ehe zwischen Heidi und Friedrich Oetinger.Über Jahrzehnte hat sich Heidi Oetinger voller Energie für die Bücher eingesetzt, von denen sie überzeugt war. „Pippi Langstrumpf“ beispielsweise hätte ohne ihr Engagement niemals diesen enormen Erfolg in Deutschland erlangt. Als das Buch der damals noch unbekannten Astrid Lindgren 1949 im Oetinger Verlag erschien, war es äußerst umstritten, doch Heidi Oetinger verhalf ihm mit Zähigkeit, Phantasie und Improvisierkunst zum allmählichen Durchbruch.
Heidi Oetingers Leben sind der Verlag und die Beziehungen und Verbindungen, die sie während ihrer Arbeit für das gute Kinder- und Jugendbuch aufgebaut hat. Mit Astrid Lindgren, James Krüss und vielen anderen Autorinnen und Autoren verband die Verlegerin eine tiefe Freundschaft. Mitte der 80er Jahre zog sich Heidi Oetinger aus der aktiven Geschäftsleitung des Verlages zurück. Heute führen ihre Tochter Silke Weitendorf und die Enkel Jan und Till Weitendorf sowie die Enkelin Julia Bielenberg den Verlag als Familienunternehmen weiter. Noch bis vor zwei Jahren, 2006, fuhr Heidi Oetinger jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse, war also auf 58 der 60 Buchmessen in Frankfurt vertreten. Zwar haben ihre körperlichen Kräfte inzwischen abgenommen, aber noch immer nimmt sie Anteil am Verlagsgeschehen. Bis heute ist sie Mitglied in zahlreichen Gesellschaften, Verbänden, Arbeitsgemeinschaften, Vereinen und Stiftungen rund um das Buch und das literarische Leben.
Heidi Oetinger wurde mit etlichen wichtigen Auszeichnungen geehrt: U. a. wurde sie 1988 vom schwedischen König für ihre Verdienste um die Förderung der schwedischen Literatur in der Bundesrepublik Deutschland zum Ritter der Ersten Klasse des Königlich Schwedischen Nordsternordens ernannt. Und die Stadt Hamburg zeichnete sie in Anerkennung ihrer Verdienste mit der Senator Biermann-Ratjen-Medaille aus.
Ihren 100. Geburtstag wird Heidi Oetinger mit einer Feier in Hamburg im erweiterten Familien- und Freundeskreis begehen.
Foto: Ute Karen Seggelke
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